Web-Apps bauen – Teil 1

Webapps mit ChatGPT erstellen – von der Idee zur eigenen Anwendung

Webanwendungen begegnen uns heute fast überall. Vom Online-Kalender über einen Kostenrechner bis hin zu komplexen Unternehmenslösungen laufen viele Programme inzwischen direkt im Browser. Mit KI-Werkzeugen wie ChatGPT ist es zudem deutlich einfacher geworden, selbst eine kleine Webapp zu entwickeln – auch ohne jahrelange Programmiererfahrung.

Was ist eigentlich eine Webapp?

Eine Webapp, kurz für Webanwendung, ist eine Anwendung, die über einen Webbrowser genutzt wird. Im Gegensatz zu klassischen Programmen muss sie häufig nicht auf dem eigenen Computer installiert werden. Man öffnet einfach die entsprechende Webseite und kann direkt mit der Anwendung arbeiten.

Eine einfache Webseite stellt hauptsächlich Informationen bereit. Eine Webapp ermöglicht dagegen eine stärkere Interaktion mit dem Nutzer. Daten können eingegeben, verarbeitet, gespeichert oder ausgewertet werden.

Typische Beispiele sind Terminplaner, Taschenrechner, Umfragen, Buchungssysteme, Projektmanagement-Tools oder kleine Datenbanken. Auch umfangreiche Anwendungen wie Online-Shops, Kundenportale oder browserbasierte Textverarbeitungen gehören zu den Webapps.

Wofür kann man Webapps einsetzen?

Die Einsatzmöglichkeiten sind entsprechend vielfältig. Ein Unternehmen könnte beispielsweise eine Webapp entwickeln, mit der Mitarbeiter Arbeitszeiten erfassen oder Kunden Angebote berechnen können. Für den privaten Gebrauch wäre ein Haushaltsbuch, ein Trainingsplaner oder eine persönliche Aufgabenverwaltung denkbar.

Webapps eignen sich besonders gut für Aufgaben, bei denen Informationen eingegeben und anschließend verarbeitet werden sollen. Schon eine kleine Anwendung kann einen bisher manuellen Arbeitsablauf erheblich vereinfachen.

Wie hilft ChatGPT bei der Entwicklung?

Wer eine Webapp programmieren möchte, benötigt normalerweise Kenntnisse in Technologien wie HTML, CSS und JavaScript. Je nach Anwendung kommen weitere Programmiersprachen, Datenbanken und Frameworks hinzu.

ChatGPT kann bei vielen Schritten dieses Entwicklungsprozesses unterstützen. Man kann zunächst in normaler Sprache beschreiben, was die Anwendung können soll. Zum Beispiel:

„Erstelle eine kleine Webapp, in der ich Aufgaben eintragen, als erledigt markieren und wieder löschen kann.“

Aus einer solchen Beschreibung kann ChatGPT eine passende Struktur entwickeln und den benötigten Programmcode erstellen. Anschließend lässt sich die Anwendung Schritt für Schritt erweitern.

Besonders praktisch ist dabei der Dialog mit der KI. Statt jedes technische Detail bereits zu kennen, kann man Änderungswünsche beschreiben: „Füge eine Suchfunktion hinzu“, „Gestalte die Oberfläche moderner“ oder „Speichere die Aufgaben, damit sie nach dem Schließen des Browsers noch vorhanden sind.“

Von der Idee zum Prototyp

Eine Stärke von ChatGPT liegt deshalb vor allem darin, Ideen schnell in erste funktionierende Prototypen zu verwandeln. Dabei ist es sinnvoll, mit einer kleinen Version zu beginnen und die Webapp anschließend schrittweise auszubauen.

Ganz ohne technisches Verständnis geht es allerdings nicht immer. Spätestens wenn eine Anwendung öffentlich angeboten wird oder sensible Daten verarbeitet, spielen Themen wie Datenschutz, Sicherheit, Benutzerverwaltung und Datenbanken eine wichtige Rolle.

Bevor eine Webapp öffentlich ins Internet gestellt wird, sollte sie deshalb zunächst in einer kontrollierten Umgebung getestet werden.

Die Webapp zunächst auf einem lokalen Web-Server testen

Eine interessante Möglichkeit besteht darin, einen eigenen lokalen Testserver auf Basis von z.B. Debian Linux einzurichten. Dieser kann auf einem älteren PC, einem Mini-PC, einem Einplatinencomputer oder auch als virtuelle Maschine betrieben werden.

Auf diesem Server können beispielsweise ein Webserver wie Apache oder Nginx, eine Datenbank sowie die für die Webapp benötigten Laufzeitumgebungen installiert werden. Welche Komponenten erforderlich sind, hängt von der verwendeten Technik ab.

Der große Vorteil eines solchen lokalen Servers: Die Webapp verhält sich bereits ähnlich wie auf einem späteren Internetserver, ist aber zunächst nur im eigenen Netzwerk erreichbar. Fehler können behoben, Datenbanken eingerichtet und neue Funktionen ausprobiert werden, ohne dass die Anwendung bereits öffentlich zugänglich sein muss.

Auch bei der Einrichtung eines solchen Debian-Testservers kann ChatGPT unterstützen. Die KI kann beispielsweise Installationsschritte erklären, Konfigurationsdateien erläutern oder bei der Fehlersuche helfen.

Ein lokaler Server ist damit eine hervorragende Spielwiese, um nicht nur die Entwicklung von Webapps, sondern gleichzeitig grundlegende Kenntnisse über Linux, Webserver, Netzwerke und Datenbanken zu erwerben.

Der nächste Schritt: professionelles Hosting

Ist die Webapp fertig entwickelt und ausreichend getestet, kann sie auf einen professionellen Server bei einem Hosting-Anbieter übertragen werden. Dadurch wird die Anwendung über das Internet erreichbar.

Je nach Projekt reicht dafür ein einfaches Webhosting-Paket aus. Anspruchsvollere Webapps können auf einem virtuellen Server (VPS), einem Cloud-Server oder einer spezialisierten Hosting-Plattform betrieben werden.

Zum professionellen Betrieb gehört allerdings mehr als nur das Kopieren der Dateien auf einen Server. Eine eigene Domain, eine verschlüsselte HTTPS-Verbindung, regelmäßige Updates, Backups und eine sichere Konfiguration gehören zu den grundlegenden Anforderungen.

Besonders wichtig ist außerdem die Absicherung des Servers. Datenbanken sollten beispielsweise nicht unnötig aus dem Internet erreichbar sein, Zugriffsrechte müssen sinnvoll vergeben und verwendete Softwarekomponenten regelmäßig aktualisiert werden.

Wer personenbezogene Daten verarbeitet, muss sich zusätzlich mit den geltenden Datenschutzanforderungen beschäftigen. Gerade bei geschäftlich eingesetzten Webapps sollte deshalb geprüft werden, welche Daten gespeichert werden und wo sich die verwendeten Server befinden.

Vom eigenen Rechner ins Internet

Damit ergibt sich für die Entwicklung einer Webapp ein sinnvoller Ablauf:

Idee → Entwicklung mit ChatGPT → lokaler Test → Debian-Testserver → Fehlerbehebung und Optimierung → professionelles Hosting → produktiver Betrieb

Der lokale Debian-Server bildet dabei eine Art Brücke zwischen der eigentlichen Entwicklung und dem öffentlichen Internet. Viele Dinge, die später auf einem professionellen Server benötigt werden, können dort bereits ausprobiert werden.

Wichtig ist allerdings, Test- und Produktivsystem voneinander zu unterscheiden. Zugangsdaten, Testdaten oder unsichere Konfigurationen sollten nicht einfach unverändert auf den öffentlich erreichbaren Server übernommen werden.

Fazit

ChatGPT senkt die Einstiegshürde für die Entwicklung eigener Webapps erheblich. Statt mit einer leeren Datei und komplizierter Syntax zu beginnen, kann man zunächst die eigene Idee formulieren und daraus gemeinsam mit der KI eine Anwendung entwickeln.

Besonders interessant wird es, wenn man den gesamten Weg betrachtet: von der ersten Idee über die Programmierung und einen eigenen Debian-Testserver bis hin zum professionell gehosteten Angebot im Internet.

Dabei lernt man nicht nur, wie eine Webapp programmiert wird, sondern bekommt gleichzeitig einen Einblick in Linux, Webserver, Datenbanken, Netzwerke und IT-Sicherheit.

ChatGPT ersetzt das dafür notwendige technische Verständnis nicht. Es kann aber als Begleiter dienen, der Zusammenhänge erklärt, Code erzeugt, bei Fehlermeldungen unterstützt und dabei hilft, aus einer ersten Idee Schritt für Schritt eine tatsächlich nutzbare Webanwendung zu entwickeln.